Selbständig machen als Webdesigner

Wer sich als Webdesigner selbständig machen will, benötigt dazu erst einmal nicht viel. Ein Gewerbeschein oder die Anmeldung als Freiberufler beim Finanzamt (Achtung: Es kommt auf die Art von Webdesign an, ob Gewerbe oder Freiberuf) sind ausreichend, um als Webdesigner in die Selbständigkeit zu starten. Es gibt Webdesigner, die im Nebenerwerb selbständig sind und viele kleine Projekte bedienen.

Was muss ein Webdesigner können?

Kunden erwarten von einem Webdesigner oftmals vielfältige Kenntnisse in beinahe allen möglichen Bereichen. Darunter fallen dann z.B.:

  • Beschreibungssprachen wie: HTML & CSS
  • Programmiersprachen wie: PHP, C, C+, JavaScript, JQUERY, AJAX, SQL
  • Bildbearbeitung mit den Adobe Tools wie Photoshop, Illustrator, Fireworks oder Alternativen wie GIMP
  • Filmbearbeitung (z.B. für YouTube, Vimeo etc.)
  • Kenntnisse in Fonts, Typographie, Layout, Farb- und Formlehre
  • Online-Marketing, Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinen-Werbung (SEA)
  • Content-Management-Systeme (CMS) wie Contao, WordPress, Joomla, Typo3, Drupal
  • Shop-Systeme wie Shopware, Magento, Gambio, JTL, XT-Commerce

Daneben wird davon ausgegangen, dass jeder Webdesigner auch Kenntnisse im Projektmanagement besitzt und sich mit Kundenmanagement auskennt. Aufgrund der Änderungen durch die DSGVO werden Webdesigner auch gerne mit Rechtsberatern verwechselt, da man Kenntnisse aus Internet- und Urheberrecht erwartet. Ein Webdesigner muss sich oft auf seine Kunden einstellen und individuelle Lösungen anbieten. Dabei muss der Webdesigner gut im Umgang mit Software aber auch mit Hardware sein.

Welche Arbeitsmittel benötigt ein Webdesigner?

Neben einem guten Desktop-PC oder Laptop, benötigt der Webdesigner gute Software, um seine Arbeiten auszuführen. Bei der Hardware kommt es nicht so sehr auf High-End-Geräte an und die Software muss auch nicht zwingend in der Premium-Version vorliegen. Es gibt einige kostenlose Tools, die eingesetzt werden können, um anfängliche Kosten zu minimieren.
Langfristig wird der Webdesigner sein Repertoire erweitern und viele kostenpflichtige Elemente einkaufen. Hinzu kommen Weiterbildungen, die als Investition in einen selbst betrachtet werden sollten.

Geld verdienen als Webdesigner

Es liegt auf der Hand: Webdesigner verdienen Geld mit Internetseiten und Grafiken. Dabei gibt es viele komplementäre Dienstleistungen, die ein Webdesigner anbieten kann. Dabei sei z.B. das Hosting genannt. Wenn ich eine Website anbiete, warum dann nicht auch gleich das dazugehörige Hosting? Es gibt viele Anbieter, die einen Nebenverdienst für jeden vermittelten Kunden ermöglichen. Eine weitere Alternative liegt darin, eigene Icon-Sets zu kreieren und diese dann im Internet zu verkaufen. Die meisten Kunden wünschen sich individualisierte Websites und mögen Icon-Sets, die thematisch zur Seite passen.

Risiken als selbständiger Webdesigner

Mittlerweile gibt es viele Anbieter auf dem Markt, die sich als selbständige Webdesigner vermarkten. Das führt dann natürlich zu Preiskämpfen. Neueinsteiger sind ohnehin schnell bereit, die eigene Dienstleistung zum Spottpreis anzubieten. Zudem fehlt es ihnen an Erfahrung, welcher Aufwand so manches Projekt mit sich bringt.

Dabei gilt die eiserne Regel: Wer mit Peanuts bezahlt, kriegt meist auch nur Affen.

Das schreckt aber scheinbar manche Webdesigner nicht davon ab, für Peanuts zu arbeiten. Die Quittung folgt dann meistens später, wenn der Verdienst (nach Steuern) ausbleibt. Jeder Selbständige muss vernünftig kalkulieren und sollte Urlaubs- und Feiertage hinzurechnen. In den Sommerferien und auch zur Weihnachtszeit fallen Aufträge gerne einmal aus, da man sich im Allgemeinen zu diesen Zeiten erholt. Wer ein starkes Netzwerk hat, kann aber auch zu diesen Zeiten profitieren und Aufträge an Land ziehen.

Als Webdesigner sollte man auch darauf achten, die Projektziele genau abzustecken. Wer ständig für seine Kunden nacharbeitet und auf einen ewig meckernden Kunden trifft, der kann schnell viele Stunden umsonst leisten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der berechnete Stundenlohn dahinschmilzt. Weiterhin sollten sich Webdesigner nicht auf Kunden einlassen, die Baukasten-Systeme anpreisen. Kostenlose Systeme, kostenlose Templates oder fertige Shopsysteme sind nicht vergleichbar mit Individualsystemen, die von einem professionellen Webdesigner umgesetzt werden.

Wichtig ist auch die eigenen Fähigkeiten nicht zu überschätzen. Wer dem Kunden etwas verspricht, der sollte das auch einhalten können. Viele Kunden wollen mit ihren Websites und Online-Shops Geld verdienen. Kundenakquise fällt in den Bereich Online-Marketing, SEO und SEA. Wer hierin kein Profi ist, wird sehr wahrscheinlich nur kurzfristige Erfolge verbuchen und langfristig das Budget seines Kunden verbrennen. Ein Webshop oder eine Internetseite sind keine Garanten für den Zulauf von Kunden und sollten auch nicht so verkauft werden.

Chancen als Webdesigner

Wer sich als Webdesigner einen vernünftigen Kundenstamm aufbaut, wird erkennen, dass die Selbständigkeit als Webdesigner Spaß machen kann. Dabei trifft man auf viele unterschiedliche Persönlichkeiten, die teils spannende Projekte umsetzen wollen. Die persönliche Beratung sollte Teil der Marketing-Strategie eines Webdesigners sein. Kunden bevorzugen den direkten Kontakt zum Webdesigner und sind auch gerne bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. Wie schon beschrieben sollten Webdesigner auch in sich selbst investieren und sich weiterbilden. Damit kann man alte und neue Kunden immer wieder aktivieren bzw. reaktivieren.

Wir begleiten Sie gerne dabei, die richtigen Schritte zu planen.

 

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